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Aus Flammenhölle gerettet

Für Andreas Weiß aus Nedlitz (Anhalt-Zerbst) gab es am Montagabend keine Frage.
Ein Mensch drohte im Auto zu verbrennen. Der Stabsunteroffizier handelte. 
Er rettete den Schwerverletzten mit einem Feuerlöscher aus der Flammenhölle.

"Gehen Sie nicht so dicht ran. Das Auto kann doch gleich in die Luft fl iegen, warnen Autofahrer am Montag gegen 20. 30 Uhr Andreas Weiß. Sie stehen auf der A 10 bei Blumberg (Brandenburg) in sicherer Entfernung von einem brennenden Opel-Wrack.

Doch als ihm der Lkw-Fahrer, auf den der Pkw Minuten zuvor aufgefahren ist, zuruft:

Da ist noch einer drin!, gibt es für den 26-jährigen kein Halten. Als ob es das Flammenmeer gar nicht geben würde, zieht er den Schwerverletzten aus der Todeshitze.

Fast überfahren worden
Der Opel war zwischen dem Autobahndreieck Schwanebeck und der Anschlussstelle Hohenschönhausen auf den Sattelauflieger eines Mercedes-Lkw geprallt. Der Pkw schleuderte gegen die Mittelplanke und fing schnell Feuer.

Andreas Weiß war auf der Autobahn zur Freundin unterwegs. Ich bin so mit 190km/h die Autobahn Richtung Frankfurt gefahren. Da sah ich zwei Lkw mit Warnblinkern auf der Standspur, erzählt der Lebensretter. Er sei in die Anker gestiegen. Im selben Moment hätten auch schon abgesplitterte Teile an den Boden seines Autos geschlagen. Er machte eine Vollbremsung.

Er sieht in der linken Spur einen Sattelschlepper und steigt aus. Er will die Unfallstelle mit einem Warndreieck absichern. Doch das wäre fast schief gegangen. Obwohl die Scheinwerfer an waren und das Warndreieck, das ich vor meiner Brust trug,
reflektierte, holte mich ein Auto fast von den Beinen, sagt Weiß. Es war in die Unfallstelle gebrettert.

Der Fahrer des Sattelschleppers fragt den 26-J ährigen aus Nedlitz, ob er einen Feuerlöscher hat. Da sah ich schon die Flammen aus der Motorhaube des Opel schlagen. Ich holte den Löscher. Doch die Flammen schlagen schon so hoch, dass der Löschversuch des Lkw-Fahrers misslingt.

Der Pkw-Fahrer lag über Sitz und Beifahrersitz. Ich habe ihn rausgezogen, sagt der Sachsen-Anhalter sachlich.

Er trägt den Schwerverletzten gut 50 Meter aus der Gefahrenzone. Mir fiel die Warnung der Umherstehenden wieder ein. Dann kümmert er sich um den Lkw-Fahrer, der plötzlich zu zittern anfängt weil er unter Schock steht. Später wird der 43-J ährige wegen einer Rauchvergiftung in der Klinik behandelt.

Ich habe nicht lange überlegt, und Angst hatte ich auch nicht, sagt der Stabsunteroffizier, der in Prenzlau (Uckermark) in einer ABC-Abwehr-Einheit Dienst tut. Er war bereits bei drei Auslandseinsätzen dabei: in Bosnien-Herzegowina, im Kosovo und in Afghanistan.

Das Training für meine Auslandseinsätze war ein gute Schule, sagt er. Dabei haben wir auch gelernt, wie Kameraden gerettet werden auch aus dem Feuer.


Für den Sachsen-Anhalter ist es gestern kaum nachvollziehbar, dass er so im Mittelpunkt des Interesses steht. Es ist doch ganz normal, dass man in solch einem Fall hilft. Und schmunzelnd fügt er an: Auch wenn einen spätnachts die verschlafene Freundin ausschimpft, warum man jetzt erst kommt und weil das T-Shirt vollkommen schmutzig war.

Die Unfallursache ist noch nicht geklärt. Aber zwei Dinge stehen bereits fest. Der Pkw-Fahrer hatte eine Alkoholfahne. Es wurde eine Blutprobe genommen. Der Lkw-Fahrer war 14 Stunden ununterbrochen gefahren. Nach zehn Stunden hätte er mindestens eine achtstündige Pause einlegen müssen.

Traurige Sache, meint Weiß. Aber auch, wenn ich gewusst hätte, dass beide Fahrer einen Fehler gemacht haben, hätte ich mich nicht anders verhalten


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