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STEUERFAHNDUNG
Unbemerkbar, still und leise hat die neue Wunder-waffe deutscher Steuerfahnder ihren Betätigung angetreten. Sie hört auf den Namen XPIDER und überwacht seit kurzem das Web. Seit wann genau, möchte man beim zuständigen Bundesamt für Finan-zen in Bonn nicht verraten. Und wie die Suchma-schine im Einzelnen funktioniert auch nicht. Doch soviel steht fest: Der neuartige Web-Crawler ist in der Lage, Verkaufsplattformen jeder Art zu durchforsten, Querverbindungen zwischen An- und Verkäufen herzustellen und das Ganze am Ende abzugleichen – z.B. mit dem Handelsregister sowie internen Daten-banken des Bundesamtes. Und die haben es in sich, schließlich ist das Bundesamt die zentrale Sammel-stelle für steuerlich relevante Daten aller Art. Und damit hinterher niemand sagen kann, er sei es nicht gewesen, werden sämtliche Beweise gesichert. Und zwar so, dass sie vor Gericht verwendet werden kön-nen. Hintergrund der digitalen Aufrüstung ist der blühende Online-Handel. Gleich nach den Amerikanern ent-deckten vor allem die Deutschen, dass sich überflüs-siger Besitz bei ebay leicht zu Geld machen lässt. Vom Lockenstab bis zum Porsche ist alles zu haben. Jüngst versteigerte ein Handballclub meistbietend seinen Trainer. Auch Hausmüll und Wollreste finden Abnehmer. Sogar gescheiterte Ehen beziehungsweise Andenken an dieselben werden meistbietend veräus-sert. Auf dem globalen Marktplatz treffen sich inzwischen fast 72 Millionen registrierte Nutzer aus 28 Ländern. Sie handelten im vergangenen Jahr mit Waren und Diensten in Höhe von fast 16 Milliarden Dollar. Allein in Deutschland gingen während des Weihnachts-geschäftes Waren für über zwei Milliarden Euro per Mausklick weg. Angesichts solcher Zahlen verwundert es kaum, dass sich auch die Steuerfahndung für Online-Geschäfte interessiert. Denn nicht nur Privatpersonen, sondern auch professionelle Händler verkaufen über eBay - und längst nicht alle Umsätze und Gewinne werden ordnungsgemäß versteuert. Deshalb gerät auch so mancher Privatanbieter, der im großen Stil Waren anbietet, ins Visier der Fahndung. Es könnte ja sein, dass es sich um einen verkappten Gewerbetreiben-den handelt.
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